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Airbus Defence betankt Tanker in der Luft – automatisch

Airbus Defence hat im vergangenen Monat erstmalig ein Großraumflugzeug vom Typ KC-30A automatisch in der Luft betankt. An den Versuchen zum Automatic Air-to-Air Refuelling (A3R) nahm auch die Royal Australian Air Force teil, die diese Fähigkeit in ihre KC-30A-Tankflugzeuge integrieren will.

13.07.2018

Airbus Defence hat erstmalig eine automatische Luftbetankung eines Großflugzeugs durchgeführt. Als Empfängerflugzeug diente eine KC-30A der Royal Australian Air Force (RAAF). © Airbus

Airbus Defence and Space hat in Zusammenarbeit mit der Royal Australian Air Force (RAAF) am 20. Juni dieses Jahres vor der spanischen Südküste ein Großraumflugzeug vom Typ KC-30A der RAAF automatisch betankt. Das Geberflugzeug war eine A310MRTT. Während des zweistündigen Testflugs wurden sieben Kontakte zwischen den beiden Flugzeugen erfolgreich hergestellt. Dies war nach Firmenangaben die erste automatische Betankung eines Widebodies in der Luft. Zuvor hatte Airbus schon bewiesen, dass das System Fighter in der Luft betanken kann.

Boom wird zunächst manuell gesteuert

Das System benötigt keine Veränderungen am Empfängerflugzeug. Während der Annäherung des Empfängerflugzeugs an den Tanker steuert nach wie vor der Boom Operator an Bord des Tankflugzeugs den Boom. Mit Hilfe von optischen Sensoren erkennt das A3R-System die Position des Tankstutzens und wird vom Boom Operator aktiviert. Das Foto in diesem Beitrag zeigt, was die Sensoren sehen. Danach steuert das System den Boom automatisch und hält ihn in der benötigten Position. Der Boom Operator kann jederzeit eingreifen. Airbus hat ein Video von der Luftbetankung veröffentlicht:

Airbus hat einen eigenen Boom Operator, der während der Tests zum Einsatz kommt. David Piatti steuerte das System. Er sagte: „Es war sehr, sehr beeindruckend, wie genau das A3R-System das Empfängerflugzeug verfolgt hat. Es ist sehr hilfreich, wenn man in der Lage ist, ein Transportflugzeug oder einen anderen Tanker in der Luft zu betanken, um seine Reichweite zu vergrößern oder um zu verhindern, mit zuviel Treibstoff an Bord wieder zurück zur Basis zu fliegen. Aber das ist schon eine herausfordernde Operation, und das System hat das Potenzial, die Arbeitsbelastung und das Risiko dieses Vorgangs zu minimieren.“

Integration in die A330 MRTT

Squadron Leader Lawry Benier von der Forschungs- und Entwicklungseinheit ARDU (Aircraft Research and Development Unit) der RAAF, sagte: „Es ist schon sehr ermutigend, nach Spanien zu kommen, und den Fortschritt zu sehen, der hier gemacht wurde, und mit eigenen Augen eine Luftbetankung einer KC-30A beobachten zu können.“

Airbus plant, das A3R-System in die A330 MRTT zu integrieren. Die Royal Australian Air Force betreibt momentan eine Flotte von sechs dieser Flugzeuge unter der Bezeichnung KC-30A und hat ein siebtes Exemplar bestellt. Die RAAF dürfte der erste Kunde für die Integration des Systems in ihre Tanker sein.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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