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Die A400M-Flotte hat über 60.000 Flugstunden gesammelt

Während Airbus bei den von den Kunden geforderten Fähigkeitserweiterungen des Militärtransporters A400M Fortschritte macht, sammeln die im Dienst stehenden Flugzeuge Flugstunden bei den Kunden.

6.11.2019

Die militärischen Fähigkeiten des Airbus A400M wachsen stetig. Landungen auf unvorbereiteten Pisten sind für den Transporter kein Problem. © JB Accariez/Airbus

Bis Mitte Oktober hat die weltweite A400M-Flotte über 60.000 Flugstunden absolviert, teilte Airbus heute auf seinem Trade Media Briefing mit. Bisher sind 84 Flugzeuge an Kunden übergeben, davon 31 Exemplare an die Luftwaffe, die damit der größte Nutzer des Flugzeugs ist.

Ioannis Papachristofilou, Head of Marketing für Transport & Mission Aircraft bei Airbus, berichtete über die jüngsten Fortschritte bei der Flugerprobung des Musters, um die von den Kunden geforderten Fähigkeiten des Flugzeuges zu erreichen. So habe man jüngst 80 Fallschirmjäger parallel durch beide seitlichen Türen ohne Probleme absetzen können. Der Hersteller habe mit dem Absetzen einer 16 Tonnen schweren Last ebenfalls den Nachweise erbracht, dass diese Art des Absetzen problemlos möglich ist. Außerdem wurde das Combat Offloading von Paletten erfolgreich getestet. Bei diesem Verfahren werden die Paletten während des Rollens bei hoher Geschwindigkeit über die Frachtladerampe im Heck aus dem Flugzeug entlassen.

Betankung von Hubschraubern

Weitere kürzlich erfolgte Tests waren die Nutzung verschiedener Untergründe wie beispielsweise eines Sandstrandes als Start- und Landebahn. Airbus erweitert auch die Luftbetankungsfähigkeiten der A400M um Hubschrauber und hat dazu im September erste Tests in Frankreich durchgeführt. Diese Fähigkeit ist eine der zentralen Forderungen der französischen Armée de l’Air und steht seit Programmbeginn im Pflichtenheft. Um die derzeit bestehende Fähigkeitslücke zu schließen, hat Frankreich zwei KC-130J Super Hercules bestellt.

Nichtsdestotrotz fliegen die A400M bei den Kunden im Einsatz und absolvieren dort ihre Missionen. Deutschland hatte beispielsweise einen Airbus A400M testweise in Jordanien stationiert, von wo aus das Flugzeug zwölf Betankungsmissionen zur Unterstützung des Kampfes gegen die Terrormiliz IS in Syrien flog. Die britische Royal Air Force (RAF) hat eine A400M auf den Falkland-Inseln stationiert, wo sie für Such- und Rettungseinsätze (SAR) im Südatlantik bereitsteht. Und die Royal Malaysian Air Force flog nach einem schweren Erdbeben in Indonesien schweres Bergungsgerät und einen Tankwagen nach Palu. Die dortige Landebahn des Flughafens war schwer beschädigt, so dass nur 800 Meter Piste zur Verfügung standen.

Auch bei den Rettungsarbeiten nach den verheerenden Überflutungen in Mosambik nach dem Tropensturm „Ida“ eilten A400M zur Hilfe. Großbritannien, die Türkei und Spanien schickten jeweils A400M in das Katastrophengebiet, um Hilfsgüter in die betroffene Region zu liefern.

Während Malaysia als erster Kunde alle bestellten Flugzeuge schon erhalten hat, warten Belgien und Luxemburg auf die Lieferung ihrer ersten A400M. Das erste Exemplar für Luxemburg (MSN104) ist bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Endmontage und soll 2020 ausgeliefert werden.

A400M-Auslieferungen/Bestellungen

    • Deutschland:  31/53
    • Großbritannien: 20/22
    • Frankreich: 15/50
    • Türkei: 9/10
    • Spanien: 5/27
    • Malaysia: 4/4
    • Belgien/Luxemburg 0/8
    • gesamt: 84/174

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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