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Die Armée de l’Air stellt die Mirage 2000N außer Dienst

Die französischen Luftstreitkräfte haben die Aufgabe der nuklearen Abschreckung von der Mirage 2000N auf die Rafale übertragen. Ende Juni schickte die Armée de l'Air die Mirage 2000N nach 30 Jahren Dienstzeit in den Ruhestand.

5.07.2018

Die französische Armée de l'Air hat den strategischen Bomber Mirage 2000N nach über 30 Dienstjahren Ende Juni 2018 außer Dienst gestellt. © Dassault Aviation

Die Mirage 2000N stellte als Atombomber 30 Jahre lang die stärkste Abschreckungskomponente der französischen Luftstreitkräfte dar. Nun ist das Flugzeugmuster nach 30 Jahren außer Dienst gestellt worden. Die Verabschiedungszeremonie fand Ende Juni auf der Base Aérienne 125 in Istres in Südfrankreich statt. Zu der Veranstaltung waren die verschiedenen Kunstflugstaffeln der Armée de l’Air, die Solo-Display-Piloten und ehemalige Mirage 2000N-Besatzungen gekommen. Insgesamt hatten sich über 1.000 Menschen versammelt, um den Abschied von dem Muster zu feiern.

Übergangszeit bis September

Die offizielle Außerdienststellung ist nicht das Ende für den Jet: Für eine Übergangszeit bis September dieses Jahres werden noch einige Mirage 2000N fliegen, bis alle Besatzungen auf die Rafale umgeschult sind.

Die von Dassault Aviation entwickelte und produzierte Mirage 2000N wurde 1988 als Ersatz für die Mirage IV bei der Armée de l’Air in Dienst gestellt. Der Hersteller hat 75 Exemplare gebaut. Nicht weniger als vier Staffeln flogen das doppelsitzige Muster: die EC 1/4  „Dauphiné“, die EC 3/4 „Limousin“, die EC 2/3 „Champagne“ sowie die 2/4 „La Fayette“. Bei den französischen Luftstreitkräften sammelte das Muster nicht weniger als 350.000 Flugstunden. Für die Nuklearrolle trug die Mirage 2000N die Abstandwaffen ASMP und ASMP-A.

Der einstrahlige Jet war nicht nur als strategischer, sondern auch als taktischer Bomber gefragt. Er hatte scharfe Einsätze im ehemaligen Jugoslawien, in Syrien, in Libyen und im Irak gesehen. Auch im Rahmen der Operation Barkhane in der Sahelzone kam das Muster in den vergangenen Monaten noch zum Einsatz.

Bereits im April hatte die Staffel EC 2/4 eine Abschiedstour organisiert und mit mehreren Mirage 2000N die Stützpunkte besucht, auf denen das Muster einst stationiert war.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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