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Die DGA zertifiziert die Rafale Standard F3-R

Im Rahmen der kontinuierlichen Modernisierung der Rafale hat die französische Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA nun den neuesten Baustandard des Kampfflugzeugs zugelassen. Er erlaubt dem Fighter den Einsatz von weiteren Waffensystemen.

10.11.2018

Eine Dassault Aviation Rafale F3-R bei einem Trainingsflug über der Küste von Südfrankreich. © Dassault Aviation

Der neueste Ausrüstungsstandard F3-R des französischen Kampfflugzeugs Rafale von Dassault Aviation wurde am 31. Oktober von der französischen Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA (Direction Générale de l’Armement) zertifiziert, teilte der Hersteller nun mit. Der Standard F3-R wurde 2013 definiert und als Programm gestartet. Die Entwicklung, die Umsetzung und die Zulassung des neuen Standards geschahen nach Angaben der DGA innerhalb der vorgesehen Zeitplans und im geplanten Budget.

Upgrade des Bordrechners und der Sensoren

Der neue Standard F3-R erlaubt der Rafale, zusätzliche Waffensysteme einzusetzen. Außerdem umfassen die Arbeiten an der neuen Version auch die Modernisierung von einigen Sensoren sowie Software-Upgrades der Bordrechner.

Rafale F3-R sind in der Lage, die von MBDA produzierte Langstreckenrakete Meteor zu verschießen. Da die Rafale momentan das einzige europäische Jagdflugzeug mit einem AESA-Radar mit elektronischer Strahlschwenkung im Einsatz ist, kann das Flugzeug die 185 Kilogramm schwere Rakete optimal nutzen. Meteor hat eine Reichweite von rund 200 Kilometern und kann deshalb Ziele bekämpfen, die außerhalb der Sichtreichweite der Piloten sind (Beyond Visual Range/BVR).

Der Standard F3-R ermöglicht der Rafale den Einsatz der Safran AASM mit Lasersteuerung im Endanflug. Bei diesem System handelt es sich um eine modulare Steuerung, die eine konventionelle Bombe in eine Lenkbombe verwandelt. Bei vorherigen Standards konnten nur AASM-Bomben mit GPS-Steuerung verwendet werden, nun erlaubt eine Lasersteuerung im Endanflug eine Zielgenauigkeit im Bereich von nur einem Meter.

Die Dassault Aviation Rafale steht bei den französischen Luftstreitkräften und den Marinefliegern im Dienst. © Tokunaga/Dassault Aviation

Der neue Standard erlaubt der Rafale auch den Einsatz des Laser-Zielbeleuchtungspods Talios von Thales. Diese Laser-Zieleinrichtung erhöht die Genauigkeit von Luft-Boden-Angriffen.

Das französische Verteidigungsministerium und Dassault bereiten nun die Definition des nächsten Standards F4 vor. Die Entwicklungsarbeiten sollen beginnen, sobald die Machbarkeitsstudien erfolgreich beendet sind.

Die Rafale steht bei der französischen Armée de l’Air, den französischen Marinefliegern, sowie bei den Luftstreitkräften von Ägypten im aktiven Dienst. Die Luftstreitkräfte von Katar und von Indien haben das Muster ebenfalls bestellt. Die Lieferungen an beide Länder haben aber noch nicht begonnen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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