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Japan hat die RF-4E/J Phantom II außer Dienst gestellt

Kampfflugzeuge vom Typ Phantom II werden immer rarer. Die japanischen Luftstreitkräfte haben nun ihre letzten RF-4, also die unbewaffnete Aufklärungsversion des legendären Fighters, ausgemustert. 

11.03.2020

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Die japanischen Selbstverteidigungs-Luftstreitkräfte (JASDF) haben am 9. März 2020 den letzten Flug mit einer RF-4 absolviert. © JASDF Hyakuri

Am Nachmittag des 9. März 2020 endete auf der Hyakuri Air Base die Geschichte der Aufklärungsversionen RF-4E und RF-4J Phantom II der Japan Air Self-Defense Force (JASDF) und die Geschichte ihres Geschwaders, der 501 Hikotai. Die Einheit war das einzige Aufklärungsgeschwader der japanischen Streitkräfte.

An diesem Tag flogen vier der Aufklärer ihre letzte Mission. Die Flugzeuge werden nun außer Dienst gestellt, ihr Geschwader, das einzige Aufklärungsgeschwader des Landes, wird aufgelöst. Die Aufgaben der Recce Phantoms übernimmt die F-35A Lightning II der JASDF.

Eine RF-4E Phantom II der JASDF wird bei einer gemeinsamen Übung von einem Einweiser der US Air Force zu ihrer Parkposition geleitet. © USAF/Yasuo Osakabe

Auf dem letzten Einsatzflug des Geschwaders flogen insgesamt acht Jets: Vier RF-4E und vier RF-4EJ. Die letzte Landung des Musters absolvierte die erste jemals an die JASDF gelieferte Recce Phantom mit der Seriennummer 47-6901. Sie ist auf dem Foto leicht an ihrer blauen Sichtschutzlackierung zu erkennen. Nach der Landung wurde sie von der Feuerwehr mit einem Wassersalut verabschiedet. Zuletzt verfügte die 501 Hikotai noch über 13 einsatzbereite RF-4 Phantom II.

Aufklärungsflüge über Fukushima

Die Einheit wurde 1961 aufgestellt und erhielt ab 1974 die RF-4E. Insgesamt nutzte die 501 Hikotai 29 Phantom-Aufklärer (14 RF-4E sowie 15 RF-4EJ). Die unbewaffneten Aufklärer verfügten nicht nur über verschiedene Kameras, sondern auch über Infrarot-Sichtgeräte, so dass sie Tag und Nacht ihre Einsätze fliegen konnten. Die Phantoms der 501 Hikotai waren auch bei Zivilschutzeinsätzen gefragt. So fotografierten Piloten des Geschwaders nach der Reaktor-Katastrophe von Fukushima das Gelände, und dokumentierten nach dem verheerenden Tsunami ebenfalls die Schadensflächen. Nur zwei der Flugzeuge gingen in den 45 Jahren Flugbetrieb durch Abstürze verloren. Einige wenige RF-4 sollen an Museen abgegeben werden, der Rest wird verschrottet.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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