Homepage » Militär » Luftwaffe testet Selbstschutz für A400M

Luftwaffe testet Selbstschutz für A400M

Lange hat die Luftwaffe darauf warten müssen, nun ist der erste Airbus A400M mit dem Selbstverteidigungssystem DASS bei der Luftwaffe in Wunstorf eingetroffen. Der neue Transporter musste seine Fähigkeiten bei der WTD 91 unter Beweis stellen.

11.04.2017

Über dem Übungsgelände in Meppen stößt ein Airbus A400M der Luftwaffe Täuschkörper aus. © Luftwaffe/Matthias Frey

Mitte Dezember 2016 hat die Luftwaffe mit der A400M (Kennzeichen 54+07) den ersten Transporter erhalten, der über ein funktionsfähiges Selbstschutzsystem DASS (Defensive Aids Sub-System) verfügt. Das Flugzeug ist die siebte A400M der Luftwaffe und gehört zum LTG 62. Es ist in Wunstorf stationiert.

DASS soll den Transporter bei seinen Einsätzen vor Raketenangriffen schützen. Zu diesem Zweck kann das Flugzeug Täuschkörper (Flares) ausstoßen. Im März hat die Luftwaffe die ersten acht Techniker während eines dreitägigen Lehrgangs mit der Be- und Entladung der Flares vertraut gemacht. „Voraussetzung für die Weiterbildung ist eine abgeschlossene Ausbildung als Fluggerätemechaniker oder Avioniker, sowie eine Grundschulung im Umgang mit Munition“, erläuterte Ausbildungsplanungsoffizier Hauptmann Andreas Lässer. Nach der Beladung der Täuschkörpermagazine müssen die Techniker im Cockpit prüfen, ob das DASS alle Kartuschen im Magazin korrekt erkennt und ob die Beladung mit dem Beladeplan übereinstimmt.

Die Lehrgangsteilnehmer durften nach Abschluss ihrer Fortbildung in der Folgewoche gleich die Magazine des DASS an der A400M mit scharfen Flares beladen, die dann über der 32 Kilometer langen und sieben Kilometer breiten Testrange der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 in Meppen ausgestoßen wurden. Dies war das erste Mal, dass ein deutscher A400M scharfe Täuschkörper und nicht nur Übungskartuschen ausgestoßen hat.

Die Täuschkörperwerfer sind an verschiedenen Stellen am A400M angebracht.© Luftwaffe/Melanie Dittmann

Die WTD 91 führt alle zwei Jahre eine Testkampagne zur Vermessung von Chaff- und Flare-Systemen von Luftfahrzeugen der Bundeswehr durch. In Meppen unterhält die WTD 91 eine Infrastruktur, die den sehr komplexen Mess- und Versuchsaufbau zur Vermessung ermöglicht. Dabei nehmen beispielsweise spezielle Kameras den Ausstoßvorgang auf und geben Auskunft darüber, wie weit die Täuschkörper vom Luftfahrzeug ausgestoßen werden. Die Magazine der Täuschkörper sind an verschiedenen Stellen der A400M angebracht, um eine möglichst große Abdeckung zu ermöglichen. Einige Täuschkörpermagazine sind nur mit Hilfe von Hubliftern zu erreichen. Deswegen müssen Soldaten, die an dem DASS-Lehrgang teilnehmen, auch zuvor vom Truppenarzt eine Bescheinigung zur Höhentauglichkeit bekommen.

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.