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US Navy stellt USS Enterprise offiziell außer Dienst

Nach 59 Jahren ist Schluss: Die US Navy hat den Flugzeugträger USS Enterprise (CVN 65) am 3. Februar offiziell außer Dienst gestellt. Bereits im November 2012 war das berühmte Schiff von seiner letzten Einsatzfahrt zurückgekehrt und deaktiviert worden.

7.02.2017

Die USS Enterprise beendete ihre aktive Dienstzeit bereits 2012. Nun wurde sie offiziell außer Dienst gestellt. Foto und Copyright: Daniel Meshel/US Navy

Die USS Enterprise hat Geschichte geschrieben, doch jetzt ist sie offiziell außer Dienst gestellt. Am 3. Februar 2017 verabschiedete die US Navy ihren ersten Flugzeugträger mit Nuklearantrieb. Die Enterprise (CVN 65) lag schon seit 2012 in Newport News im US-Bundesstaat Virginia in der Werft, und es war klar, dass sie zu keiner Einsatzfahrt mehr aufbrechen würde, aber vor einer Außerdienststellung muss die Navy bei atomgetriebenen Schiffen die Reaktoren entfernen. Diese – eigentlich für einen Zeitraum von zwei Jahren geplanten Arbeiten – wurden nun beendet. Die Außerdienststellungszeremonie fand genau 59 Jahre nach der Kiellegung des Flugzeugträgers in dem Trockendock statt, in dem das Schiff gebaut worden war. „Dieses Schiff zeigte den Weg“, sagte Capt. Todd Beltz, der letzte kommandierende Offizier der USS Enterprise, bei der Feierstunde.

1961 als das seinerzeit größte Kriegsschiff der US Navy in Dienst gestellt, kam der Träger auf 25 Einsatzfahrten. Er war bei allen großen Konflikten der USA während seiner Dienstzeit im Einsatz, vom Vietnamkrieg über Desert Storm bis zum Afghanistankrieg. Eigentlich war die Enterprise als erstes von sechs Schiffen ihrer Klasse geplant. Doch die Kosten beim Bau liefen aus dem Ruder, so dass das Pentagon den Bau der fünf weiteren Träger dieser Klasse stornierte. Im Normalfall waren 80 bis 90 Flugzeuge auf der Enterprise stationiert, ihre Kapazität reichte aber aus, um bis zu 110 Flugzeuge aufzunehmen. Das Schiff hatte den Spitznamen „The Big E“ von seinem Vorgänger übernommen. Anfang der achtziger Jahre wurden Teil des Films „Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel“ an Bord der USS Enterprise gedreht.

Die USS Enterprise ist das achte Schiff der US Navy, das diesen Namen trägt. Eine neunte USS Enterprise ist bereits angedacht, es könnte in der Zukunft der Flugzeugträger mit der Nummer CVN 80 werden. Ihren Platz in der Flotte nimmt voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres die USS Gerald R. Ford (CVN 78) ein.
Die USS Enterprise erwartet nun ein eher unrühmliches Ende. Wenn die restlichen Ausrüstungsgegenstände entfernt sind, wird sie noch einmal zu einer großen Reise antreten, allerdings nicht unter eigener Kraft, sondern gezogen von Hochseeschleppern. Sie wird Südamerika umrunden und nach Bremerton im US-Bundesstaat Washington gezogen. Dort wird sie als erster Nuklear-Flugzeugträger komplett zerlegt, obwohl es durchaus verschiedene Ideen über eine alternative Verwendung gibt, vom künstlichen Riff bis zum Museumsschiff.

Die US-Trägerflotte

CVN 68USS Nimitz
CVN 69USS Dwight D. Eisenhower
CVN 70USS Carl Vinson
CVN 71USS Theodore Roosevelt
CVN 72USS Abraham Lincoln
CVN 73USS George Washington
CVN 74USS John C. Stennis
CVN 75USS Harry S. Truman
CVN 76USS Ronald Reagan
CVN 77USS George H. W. Bush
CVN 78USS Gerald R. Ford (Indienststellung 2017)

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

1 Kommentar

  • marc

    Schade das die gute alte enterprise eingestellt wurde sowie die gute f-14 tomcat die in manchen Sachen Reichweite steigrate besser ist als die aktuelle raptor

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