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Aircraft Philipp vergrößert Auftragsvolumen mit Boeing

Die Aircraft Philipp Group aus Übersee und Karlsruhe wird künftig Komponenten für die Boeing P-8 sowie die Verkehrsflugzeuge Boeing 747, 767, 777 und 787 liefern. 

18.09.2019

Dr. Michael Haidinger, Präsident Boeing Deutschland, Rolf Philipp, Geschäftsführender Gesellschafter von Aircraft Philipp und Michael Hostetter, Vizepräsident Defense, Space & Security Deutschland, nach der Vertragsunterzeichnung in Karlsruhe. © V. K. Thomalla

Die Firma Aircraft Philipp, die sich auf die Herstellung von Metallkomponenten für die Luftfahrt spezialisiert hat, konnte gestern einen wichtigen Vertrag unterschreiben: Boeing hat das Unternehmen, das in Deutschland an den Standorten Übersee und Karlsruhe produziert, mit einem weiteren Auftrag bedacht. Bereits 2017 hatte die Firma einen Fünf-Jahres-Vertrag mit Boeing zur Produktion von Teilen für die H-47 erhalten.

Die Zerspanen von Strukturteilen für die Luftfahrt ist die Kernkompetenz von Aircraft Philipp. © Volker K. Thomalla

Rolf Philipp, der Geschäftsführende Gesellschafter von Aircraft Philipp, sagte: „Unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit Boeing begann 2017 mit einem ersten Auftrag im Verteidigungsbereich für den schweren Transporthubschrauber H-47 Chinook. Mit diesen neuen Aufträgen für die P-8 und verschiedene Verkehrsflugzeugmodelle können wir unsere Tätigkeit für Boeing an unseren Standorten in Karlsruhe sowie Übersee deutlich ausbauen.“

Aircraft Philipp liefert künftig Teile für den Seefernaufklärer P-8 Poseidon an Boeing. © US Navy/Liz Wolter

Das Unternehmen stellt derzeit hauptsächlich Komponenten für Airbus-Flugzeuge her. Der neue Vertrag mit Boeing ist Teil der Firmenstrategie, den Kundenstamm auszudehnen. Rolf Philipp sagte gestern in Karlsruhe: „Wir wollen eine ausbalancierte Kundenstruktur haben und in fünf Jahren 50 Prozent unseres Umsatzes mit Kunden außerhalb der Airbus-Welt machen.“  In diesem Jahr hat Aircraft Philipp bereits einen Auftrag von Gulfstream Aerospace akquirieren können. Das mittelständische Unternehmen will auch international expandieren und plant den Aufbau eines Standortes in Savannah, im US-Bundesstaat Georgia. Dabei gehe es aber nicht um niedrige Kosten, sondern rein um Marktzugang, um in anderen Ländern einen industriellen Fußabdruck vorzuweisen, so Philipp. Mit Partnerfirmen in Israel, Österreich und Indien kooperiert der Mittelständler bereits.

3D-Druck ist der nächste Schritt

Die Zerspanung von Strukturteilen stellte die Kernkompetenz von Aircraft Philipp dar. Die Firma arbeitet aber auch an neuen Technologien wie beispielsweise der additiven Fertigung, landläufig 3D-Druck genannt, von Metallkomponenten für die Luftfahrt. „Der 3D-Druck spart Rohmaterial und Zerspanungszeit“, so Philipp. „In ein bis zwei Jahren wollen wir ein solches Teil im Flugzeug verwenden. Dieses Herstellungsverfahren kann die Kosten für den Kunden um bis zu 50 Prozent reduzieren.“ Das Bundeswirtschaftsministerium fördert im Rahmen des Luftfahrt-Forschungsprogramms (LuFo) die Arbeiten an dieser Fertigungsmethode. Aircraft Philipp arbeitet bei der additiven Fertigung mit Boeing zusammen.

„Unsere Zusammenarbeit mit Aircraft Philipp ist bezeichnend für die Expertise und den hohen Spezialisierungsgrad der deutschen Luftfahrtindustrie und insbesondere ihrer mittelständischen Unternehmen“, sagte Dr. Michael Haidinger, der Präsident von Boeing Deutschland, in Karlsruhe. „Boeing baut sein Zuliefernetzwerk in Deutschland kontinuierlich weiter aus und eröffnet dabei Möglichkeiten der Zusammenarbeit über alle Geschäftsbereiche des Unternehmens hinweg.“

Seit 2011 ist sowohl der Umsatz als auch der Mitarbeiterstamm bei Aircraft Philipp kontinuierlich gewachsen. Das liegt nicht zuletzt an der Termintreue und dem Qualitätsstandard, mit dem die Firma ihre Teile abliefert. „Unsere Kunden können sich auf uns verlassen“, sagt Philipp. „Unsere Delivery Performance liegt bei über 99 Prozent.“

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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