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Boeing unterzeichnet in China Vereinbarung über 300 Flugzeuge

Während des Staatsbesuchs von US-Präsident Trump in China hat Boeing mit der China Aviation Suppliers Holding Company eine Vereinbarung über 300 Verkehrsflugzeuge unterzeichnet. 

9.11.2017

Boeing hat während des Staatsbesuchs von US-Präsident Donald Trump eine Vereinbarung mit der CASC über 300 Flugzeuge unterzeichnet. © Boeing

Der Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in China gleicht einer Verkaufsoffensive. Heute hat Kevin McAllister, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Boeing Commercial Airplanes in Beijing eine Vereinbarung mit der China Aviation Supliers Holding Company (CASC) unterzeichnet. In der Vereinbarung geht es konkret um 260 Boeing 737 und 40 Boeing 787 und 777. Der Vertrag beinhaltet laut Boeing sowohl feste Bestellungen als auch Kaufabsichtserklärungen. Nach Listenpreis beträgt der Auftragswert 37 Milliarden US-Dollar. In der Regel werden bei Großbestellungen aber massive Rabatte gewährt.

China wird größter Luftverkehrsmarkt

China ist nach Vorhersage des Airline-Verbandes IATA ab 2022 der größte Luftverkehrsmarkt der Welt und wird ab diesem Zeitpunkt die USA in dieser Rolle abgelöst haben. Der Bedarf an Flugzeugen in diesem Land ist riesig, das wird durch die Flottenplanungen der einzelnen Airlines unterstrichen. China Southern Airlines beispielsweise will bis 2020 rund 300 Flugzeuge neu in die Flotte aufnehmen.

Beim Unterschreiben der Vereinbarung waren sowohl US-Präsident Donald Trump als auch der chinesische Präsident Xi Jinping zugegen. Bereits im September 2015, während des ersten Staatsbesuchs von Xi Jinping in den USA, hatte CASC einen Großauftrag im Wert von 38 Milliarden US-Dollar bei Boeing in Auftrag gegeben. Auch damals wurde nicht genannt, für welche Fluggesellschaft die Flugzeuge bestimmt waren.

Großaufträge drücken den Preis

Die CASC ist eine staatliche chinesische Einkaufsfirma, die gebündelt Großaufträge für Flugzeuge vergibt. Sie verteilt diese Flugzeuge dann auf die Airlines, bei denen es sich meistens um kleinere oder regionale Carrier handelt.

Bei der Vereinbarung, so berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg, handelt es sich allerdings großenteils nicht um neue Bestellungen. Bei Staatsbesuchen werden gerne Bestellungen öffentlich gemacht, die vorher in der Rubrik „ungenannte Kunden“ in den Auftragsbüchern der Hersteller gelistet waren. Boeing hat – Stand heute – noch 1.110 Aufträge von „unidentified customers“, also ungenannten Kunden, in seinen Auftragsbüchern stehen, darunter sind 970 Bestellungen für die Boeing 737.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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