Homepage » Industrie » easyJet unterstützt Wright Electric beim Bau eines Elektrojets

easyJet unterstützt Wright Electric beim Bau eines Elektrojets

Die britische Billigfluggesellschaft easyJet hat zusammen mit dem US-Unternehmen Wright Electric ein Konzept für einen batteriegetriebenen elektrischen Kurzstreckenjet vorgestellt, der innerhalb der nächsten 20 Jahre einsatzbereit sein soll. 

28.09.2017

easyJet will Wright Electric bei der Entwicklung eines Elektroflugzeugs unterstützen. © easyJet

Die britische Airline easyJet arbeitet mit dem US-Start-up Wright Electric bei der Konzeption eines batteriegetriebenen Elektrojets zusammen. Die Fluggesellschaft hat in diesem Jahr dem Unternehmen dargelegt, wie ein solches Kurzstreckenflugzeug aus der Sicht eines Betreibers aussehen müsste. In dieser Woche haben die beiden Unternehmen das Ergebnis ihrer Gedankenspiele erstmalig gezeigt.

Wright Electric hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten 20 Jahre ein einsatzbereites Verkehrsflugzeug für Kurzstreckenflüge zu konstruieren und einsatzbereit zu machen. Der jetzt vorgestellte Elektrojet soll nicht von zwei großen Triebwerken angetrieben werden, sondern von vielen kleinen Antrieben. Die Tragflächen des Entwurfs wirken konventionell, sollen aber – ähnlich wie die von Segelflugzeugen – über eine hohe Streckung für eine höchstmögliche Effizienz verfügen. Während die Batterien im Rumpf untergebracht sind, verstecken sich die Antriebe in den Tragflächen. Als Elektroflugzeug verursacht das Fluggerät kaum Geräusch- und keine direkten CO2-Emissionen.

Neue Batterietechnologie ist unabdingbar

Bei der Energiespeicherung will Wright Electric auf eine neue Batterietechnologie setzen, die deutlich leichtere Batterien ermöglicht. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits ein zweisitziges Flugzeug gebaut, bei dem die Batterien allerdings 272 Kilogramm wiegen. Jeffrey Engel, Gründer von Wright Electric, ist zuversichtlich, dass diese neue Technologie in den nächsten Jahren zur Verfügung steht. Er sagte: „Die Zusammenarbeit mit easyJet bei der Entwicklung des nächsten Generation der Luftfahrt ist eine starke Bestätigung unseres technologischen Ansatzes. Die Einblick, die uns easyJet ermöglich hat, sind unbezahlbar hinsichtlich unseres Bestrebens, die elektrische Luftfahrt für den großen und weiter wachsenden Kurzstreckenflug-Markt zu kommerzialisieren.“

Das Flugzeug ist für Kurzstreckenflüge konstruiert

Das Konzept des jetzt vorgestellten Elektrojets ist ausschließlich für Kurzstreckenflüge bis zu einer Entfernung von 540 Kilometern vorgesehen. Damit sind Städtepaare wie New York und Boston, London und Amsterdam, Paris und London, Köln und Berlin oder Frankfurt und München emissionsfrei auf dem Luftweg miteinander zu verbinden. Um das Flugzeug während der Ladezeit der Batterie nicht an den Boden zu binden, sieht das Konzept einen schnellen Batteriewechsel nach der Landung vor. Die Gesamtreisezeit soll für die Passagiere mit der heutigen Gesamtreisezeit mit konventionellen Narrowbodies vergleichbar sein.

easyJet-Geschäftsführerin Carolyn McCall sagte: „Wir und Wright Electric teilen die gleiche Ambition für eine nachhaltigere Flugzeugindustrie. Wie wir es in der Autoindustrie beobachtet haben, so wird auch die Flugzeugindustrie elektrische Technologie einsetzen, um unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Zum ersten Mal können wir uns eine Zukunft ohne Kerosin vorstellen, und wir freuen uns, ein Teil davon zu sein. Es ist keine Frage mehr, ob ein elektrisches Kurzstreckenflugzeug fliegen wird, sondern wann.“

Wright Electric will als nächste Schritte Teststände für die Antriebe des Elektrojets bauen, danach sollen maßstabsgetreue Flugmodelle die Machbarkeit des Konzepts unter Beweis stellen.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.