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Germania hat den Flugbetrieb eingestellt

Die Fluggesellschaft Germania hat Insolvenz angemeldet und bereits heute Nacht den Flugbetrieb eingestellt. Es war dem Management nicht gelungen, eine kurzfristige Finanzierungslücke zu schließen. Passagiere, die ihr Ticket direkt bei der Airline gekauft haben, sind nun gestrandet.

5.02.2019

Die Fluggesellschaft Germania musste am 4. Februar 2019 einen Insolvenzantrag stellen. © Volker K. Thomalla

Die Liste der Fluggesellschaften, die in Europa Konkurs anmelden müssen, wird trotz wachsender Passagierzahlen immer länger. Heute Nacht hat es die Germania erwischt. Seit Herbst vergangenen Jahres war die Berliner Airline finanziell immer stärker unter Druck geraten, was dazu führte, dass sie Anfang Januar dieses Jahres eine Pressemitteilung verschickte, in der sie mitteilte, dass es „aktuell mehrere Optionen einer Finanzierung prüfe, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern“. 

Germania

Zwei Wochen später schien sich alles zum Guten zu wenden, und ein Kapitalgeber schien gefunden. Doch Ende Januar konnte das Unternehmen seinen Angestellten die Gehälter nicht mehr zahlen, da die Banken dem Unternehmen die Kreditlinie nicht verlängert hatten. Heute Nacht kam dann das Aus: Germania hat den Gang zum Amtsgericht Charlottenburg angetreten, und dort einen Insolvenzantrag abgegeben. Nach der Landung der letzten Maschine, des Airbus A319 mit dem Kennzeichen D-ASTO, um 01.08 Uhr heute Morgen in Nürnberg, beendete die 1986 gegründete Fluggesellschaft ihren Flugbetrieb. Über 1.000 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Die beiden Germania-Töchter Germania Flug AG in der Schweiz sowie die Bulgarian Eagle in Bulgarien sind nicht von der Insolvenz betroffen.

Kreditlinien nicht verlängert

Passagiere, die im Rahmen einer Pauschalreise einen Flug mit Germania gebucht haben, haben über den Reiseveranstalter Anspruch auf eine Ersatzbeförderung, sprich einen Heimflug. Alle Fluggäste, die direkt bei der Airline ihr Ticket gebucht haben, müssen sich selbst um einen Rückflug bemühen. Germania kann ihnen dabei nicht mehr helfen.

Karsten Balke, der Gesellschafter und Hauptgeschäftsführer (CEO) der Germania Fluggesellschaft mbH, sagte: „Leider ist es uns schlussendlich nicht gelungen, unsere Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Wir bedauern sehr, dass uns als Konsequenz daraus keine andere Möglichkeit als die der Insolvenzantragstellung blieb. Ganz besonders bedauern wir selbstverständlich die Auswirkungen, die dieser Schritt auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Sie alle haben als Team stets ihr Bestes gegeben, um einen zuverlässigen und stabilen Flugbetrieb zu gewährleisten – auch in den angespannten Wochen, die hinter uns liegen. Ihnen allen danke ich ganz persönlich und von Herzen. Fluggäste, die ihren Germania-Flug nun nicht wie geplant antreten können, bitte ich um Entschuldigung.“

Germania hat zuletzt jährlich mit einer Flotte von 37 Flugzeugen über vier Millionen Passagiere befördert. Die Airlines hatte es geschafft, neben touristischen Rennstrecken auch Nischenstrecken in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten zu finden und zu bedienen. Die Insolvenz begründet die Airline mit unvorhersehbaren Ereignissen wie Kerosinpreissteigerungen, erheblichen Verzögerungen bei der Einflottung von neuen Flugzeugen sowie außergewöhnlich hohen technischen Serviceleistungen an der Flotte.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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