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Keine Investoren für Germania: Alle Mitarbeiter werden entlassen

Alle Mühe war umsonst: Der Insolvenzverwalter hat keinen passenden Investor für die insolvente Germania gefunden. Deshalb wird das Luftfahrtunternehmen nun komplett aufgelöst. Auch die bulgarische Tochtergesellschaft Bulgarian Eagle hat zwischenzeitlich Konkurs gemacht.  

25.03.2019

Die Fluggesellschaft Germania musste am 4. Februar 2019 einen Insolvenzantrag stellen. © Volker K. Thomalla

Das Ende ist besiegelt: Der Insolvenzverwalter der Fluggesellschaft Germania hat heute mitgeteilt, dass es keine Perspektive mehr für das Unternehmen gäbe, da alle seriösen Bieter abgesprungen seien. Die Airline hatte am 4. Februar dieses Jahres ihren Flugbetrieb eingestellt.

Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Germania haben sich am 6. Februar 2019 zum letzten Mal in Uniform auf dem Flughafen Nürnberg zu einem Abschiedsfoto aufgestellt. © Airport Nürnberg/Christian Albrecht

Der Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg teilte mit: „Abgesagt hat nicht nur der verbliebene Interessent für eine Übernahme des Flugbetriebs. Auch die beiden Interessenten für Wartung und Technik haben sich aus dem Bieterprozess zurückgezogen.“ Wienberg hatte zuletzt noch versucht, die Airline durch Wet-Lease-Verträge zu retten, aber auch diese Möglichkeit hatte sich kurzfristig zerschlagen. Die Branche benötige derzeit dringend Kapazitäten, was den gesamten Prozess erheblich unter Zeitdruck gesetzt habe, so Wienberg. „Entsprechend schwierig war es, die Leasinggeber dazu zu bewegen, uns weiterhin die Flugzeuge zur Verfügung zu stellen – zumal wir die Leasingraten nicht bezahlen konnten.“

Rettung würde extrem schwierig werden

Er sagte: „Angesichts der Ausgangslage war es von Anfang an klar, dass eine Rettung extrem schwierig sein würde. Germania war gegroundet, wir hatten keine eigenen Flugzeuge und kein Geld, die Leasingraten zu bezahlen. Trotzdem ist diese Nachricht natürlich enttäuschend. Wir haben buchstäblich den Interessenten den roten Teppich ausgerollt. Leider konnte oder wollte keiner darüber gehen.“

Da es keine Aussicht auf eine Fortführung der Firma gibt, folgen nun nach Insolvenzrecht die Entlassung der Mitarbeiter und die Abwicklung des Unternehmens.  Die Mitarbeiter hatten seit der Insolvenz Mittel aus dem Insolvenzgeld bekommen. Dies läuft nun zum 31. März aus. Deswegen wird nun kurzfristig allen verbliebenen angestellten gekündigt. Davon betroffen sind 1.426 Beschäftigte bei der Germania Fluggesellschaft, 178 bei der Germania Technik Brandenburg sowie 74 Beschäftigte bei der Germania Flugdienste GmbH.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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