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Luftwaffe braucht luftbetankungsfähige Hubschrauber

Die Ausschreibung für den CH-53-Nachfolger bei der Bundeswehr soll im Mai dieses Jahres an die Hersteller gehen. Die Luftwaffe hat betont, dass alle Hubschrauber dieser Ausschreibung luftbetankungsfähig sein müssen. 

1.02.2018

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Die neuen Hubschrauber für die Bundeswehr sollen die in die Jahre gekommenen CH-53G ablösen. © Markus Schulze/Luftwaffe

Die Beschaffung eines Nachfolgers des mittleren Transporthubschraubers CH-53G/GA/GS nimmt Fahrt auf. Mitte Dezember hat die Bundeswehr ganz offiziell das Verfahren für die Beschaffung eröffnet. Zur Auswahl stehen nur zwei Muster aus den USA. Einmal die CH-53K der Lockheed Martin-Tochter Sikorsky Aircraft. Dieser Hubschrauber soll auf der ILA im April in Berlin erstmalig außerhalb der USA präsentiert werden. Die Alternative zu diesem, noch in der Entwicklung befindlichen Schwerlast-Hubschrauber ist die CH-47F Chinook von Boeing. Auch dieser Hubschrauber soll in Berlin zu sehen sein.

RFP soll im Mai verschickt werden

Gefordert wird eine Flotte von mindestens 45, aber höchstens 60 Hubschraubern. Diese sollen die 70 CH-53 der Luftwaffe zwischen 2025 und 2030 ablösen. Als Finanzrahmen für die Beschaffung sind rund 4,0 Milliarden Euro vorgesehen. Im Mai sollen vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) von den beiden Herstellern Boeing und Sikorsky Aircraft jeweils Vorschläge (Request for Proposal RFP) eingeholt werden. Die Entscheidung, welches Luftfahrzeug das Rennen gemacht hat, soll nach heutiger Planung bereits 2019 fallen. Mit einer Vertragsunterzeichnung ist allerdings nicht vor Mitte 2020 zu rechnen. Die Luftwaffe benötigt die ersten neuen Helikopter schon ab 2023.

Nach Aussage von Oberst Bernhard Martin vom Stab der Luftwaffe gestern auf der Defence IQ International Military Helicopter Conference in London erreichen die CH-53 bereits heute nicht die vorgesehenen Flugstundenzahlen. Vorgesehen seien über 10.000 Flugstunden pro Jahr, erreicht würden momentan aber nur rund 6.000.

Luftbetankung steht im Pflichtenheft

Oberst Martin sagte, die gesamte zu beschaffende Flotte solle aus luftbetankungsfähigen Hubschraubern bestehen. Er wird in der Fachzeitschrift Flight Global mit den Worten zitiert: „Wir erwarten und haben die Forderung, dass alle unsere künftigen Schwerlasthubschrauber über die Fähigkeit zur Luftbetankung verfügen.“

Die CH-53K erfüllt diese Anforderung, bei der Boeing CH-47 hat derzeit nur die Version MH-47G die Fähigkeit zur Luftbetankung. Die Luftwaffe will für die Betankung der Helikopter den Airbus A400M einsetzen und zusätzlich drei KC-130J von Lockheed Martin bestellen, die zusammen mit drei C-130J-Transportern in Evreux in Frankreich in eine gemeinsame Einheit eingebracht werden sollen.

Bob Fischer 

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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